Wenn eine Mutter, die ihre Kinder über alles liebt, zurück lassen muss um ihrer Bestimmung zu folgen – worum geht es dann? Was passiert auf diesem Weg? Was ist mit den Schuldgefühlen, Vorwürfen und Verurteilung?

In diesem Fall, spreche bzw. schreibe ich wieder von mir. Nie hätte ich gedacht, dass ich diesen Schritt gehen werde. Meine Tochter wird mit mir gehen, doch mein Sohn wird hier bleiben.

Die Entscheidung viel in Bali – während meiner Yogalehrer-Ausbildung. Ich habe gespürt wie und was ich leben will. Und habe in dieser intensiven Zeit auf Bali Glaubenssätze entdeckt, die bisher erfolgreich verhindert haben mich komplett zu entfalten. Als ich meine Entscheidung getroffen habe – die ich mir sehr wohl überlegt und alle Dinge, Situationen, Aussagen und Wünsche mit eingeschlossen habe – ging eine Tür auf. Zugegeben ein riesige Tür.

Es fing an leicht zu werden. Ich war im Flow, im Vertrauen und fühlte mich beschützt. Doch dann begann ich mich selbst und meine Entscheidung zu hinterfragen. Warum kann ich hier nicht einfach glücklich sein? Warum muss ich meinen Sohn zu seinem Vater geben? Bin ich vielleicht nicht dankbar genug? Dankbar für das, was ich hier alles habe? Warum habe ich das Gefühl Deutschland verlassen zu müssen, um glücklich zu sein?

Ich bat zum ersten mal ganz direkt Gott um Hilfe, Antworten und Klarheit, weil ich einfach nicht weiter wusste. Voller Traurigkeit meinen Sohn hier lassen zu müssen. Und ja – ich bekam Antwort. Er holte mich sofort diese Nacht zu sich und zeigte mir meinen Weg. Es geht um noch so viel mehr. Es geht nicht darum, dass ich nach 12 Jahren meinen Sohn zu seinem Papa gebe. Es geht um Vertrauen und Loslassen. Ich lasse los, damit mein Sohn sein Leben so leben kann, wie er es sich wünscht. Ich lasse los, weil ich meinen Sohn über alles Liebe. Auf Seelenebene spüre ich, dass dies eine Vereinbarung zwischen uns ist. Und ich spüre unsere tiefe Verbindung der Liebe. Das gibt mir die Kraft, diesen Weg weiterzugehen.

Ein paar Tage spüre ich diese göttliche Gnade, erfüllt mit einem unglaublichen Frieden und mit dem Wissen, dass alles gut so ist, wie es jetzt gerade ist.

Doch es dauerte nicht lang, da kam aus dem Nichts eine Herausforderung seitens meines Ex-Mannes und Papa meines Sohnes. Er gibt mir mit seinem Verhalten das Gefühl, dass ich nun kein Teil meines Sohnes mehr bin bzw. sein darf. Dieses Gefühl lässt mich an meiner Entscheidung zweifeln.

Doch auch jetzt gerade, wo ich diese Zeilen schreibe, habe ich um Unterstützung der geistigen Welt gebeten. Ja auch um Gottes Hilfe. Und ich habe wieder Antwort erhalten. Egal was er tut. Er kann nicht anders. Vielleicht ist es sogar seine Aufgabe? Wer weiß das schon?

Ich darf mich entscheiden: Möchte ich ihm und anderen Herausforderungen in meinem Leben mit Liebe begegnen oder in ein endloses Drama verfallen, ihn verurteilen und mich dadurch selbst gefangen nehmen.

Meine Entscheidung ist auch hier gefallen. Ich entscheide mich für die Liebe, für Freiheit, für Heilung. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich sein Verhalten akzeptiere. Nein, ich verschaffe mir Respekt. Ich folge meiner Bestimmung. Und solange ich das tu, kann mir niemand etwas anhaben und ich weiß ich bin beschützt. Bis ich meine Aufgabe hier auf dieser Erde erledigt habe.

Zusammengefasst braucht es für diesen Weg: bedingungsloses Vertrauen und eine tiefe Liebe, Loslassen und vor allem eine Ausrichtung. Wo willst du hin? Wer willst du sein? Sobald du eine klare Entscheidung getroffen hast, werden dir alle Türen und Tore geöffnet werden.

In tiefer Hingabe an das Göttliche

Nancy